Auszug aus Presseartikeln zur Ausstellung

Viel beachtete Ausstellung in Kyritz und Neuruppin

Auschnitt aus Artikel


aus gegebenem Anlass

OGA Doku Unter dem Titel „Historisch verfälschte Ausstellung zur Flucht“ erschien am 31.8.2017 eine Leserzuschrift des CDU-Kreistagsabgeordneten und Stadtverordneten Michael Ney im OGA. Hierin spricht er den Flüchtlingen, die zu uns kommen, die Schutzbedürftigkeit ab. Er unterstellt ihnen eine „ungeheure Erwartungs- und Anspruchshaltung[…]“ und eine „zunehmende religiöse Radikalisierung[…]"„Das Schicksal der deutschen Heimatvertriebenen nach 1945“, wird seiner Meinung nach „durch die Ausstellung historisch verfälscht, missbraucht und instrumentalisiert[…]“ (siehe nebenstehende Dokumentation)

Ausgangspunkt dieser Zuschrift war ein Artikel im OGA vom 22.8.2017 zum neuen Ort der Wanderausstellung „Flucht-Gestern und Heute“ in der Oranienburger St. Nicolaikirche. Viele Reaktionen auf Facebook zeigen inzwischen deutlich, dass Herr Ney hier entweder etwas deutlich missverstanden hat oder aber bewusst Werte, wie Nächstenliebe, Menschenrechte und das Recht jedes Einzelnen auf Asyl leugnet.
Im Vorwort zu den Interwievs haben wir deutlich gemacht, dass es nicht in erster Linie um Wissenschaftlichkeit geht, „als vielmehr um die Idee, bewegende Geschichten weiterzugeben[…]“

Alle Portraitierten kennen den Inhalt der Ausstellung und identifizieren sich damit voll und ganz. Gerade die Zeitzeugen von gestern drückten immer wieder ihre Dankbarkeit uns gegenüber aus und waren aktiv involviert. Ich möchte hier aus einem Brief von Frau Dr. Kiesewetter- Giese zitieren, den sie mir persönlich schrieb:

Sehr geehrte Frau Jurat,
es ist schön, dass ich Sie und Ihre Schüler kennen lernen konnte. Ihre Arbeit zu dem Thema „Flucht und Vertreibung“ hat mich sehr beeindruckt, aber auch sehr berührt.
Ein Leben lang wurden wir Vertriebenen verschwiegen, beschimpft – für die Taten im Zweiten Weltkrieg-, beschuldigt u.a.m.
Ein Leben lang habe ich dagegen angekämpft und versucht, Ursachen und Wirkungen deutlich zu machen, zumal in den Geschichtsbüchern über zu lang zurückliegende Ursachen nur wenig aufgeklärt wird[…]
Und dann lerne ich Sie und Ihre Schüler kennen. Sie bearbeiten das Thema und begeistern Ihre Schüler so, dass eine hervorragende Ausstellung erarbeitet wird. Für viele meiner Mitstreiter sage ich danke!
Mit freundlichen Grüßen
Edith Kiesewetter- Giese


Herr Hans-Joachim Speckmann, bis Frühjahr 2017 Vorsitzender des BdV Oberhavel schreibt Folgendes:
„... dass die Ausstellung 'Flucht gestern und heute' historisch verfälscht sei, ist eine private Meinung von Michael Ney. Ich habe als ehemaliger Vorsitzender des BdV Kreisverbandes OHV diese Ausstellung sehr bewusst mit organisiert und weise die einseitige und undifferenzierte Meinung von Herrn Ney entschieden zurück.
Michael Ney sieht nach meiner Ansicht diese Angelegenheit zu vereinfacht, seine Darlegungen stimmen nur teilweise. Das Thema ist aber viel komplexer und differenzierter zu betrachten. Mit seiner öffentlichen Aussage beleidigt er alle die Vertriebenen, die sich den Interviews der Schüler zu ihren Vertreibungserlebnissen gestellt haben.
Diese Ausstellung, an der junge Leute/Schüler sich intensiv mit dem historischen Thema Flucht und Vertreibung von damals und heute infolge der Ursache von Krieg beschäftigt haben, kann nur als ein großer Erfolg betrachtet werden und hat wesentlich zu ihrer persönlichen Erkenntnis- und Meinungsbildung beigetragen.
Hier sind die jungen Leute von heute / die Schüler in ihrer Meinungsbildung zu diesem Thema offensichtlich viel weiter als Herr Ney und einige andere, die diese Ausstellung kritisieren.“

Es geht um Begegnungen, Gespräche und Gedankenaustausch, so formulieren wir es auch in unserer Einleitung.
Leider suchte Herr Ney nicht die Möglichkeit zu einem Gespräch mit den Portraitierten. Es gab immer wieder die Möglichkeit, so z. B. im Schloss zur Eröffnung am 10.12.2016, wo fast alle Portraitierten anwesend waren, oder aber auch am 13.8. 2017 zum Gottesdienst in der Stadtkirche.
Wir haben viel miteinander gesprochen: Mit den Vertriebenen, Flüchtlingen, Schülern, Jugendlichen und jungen wie alten Erwachsenen. Demokratische und damit auch christliche Werte wie Achtung, Respekt und Empathie, Vertrauen und Nächstenliebe waren auf allen Seiten zu spüren. Nur so konnten die Menschen über ihre schlimmen Schicksale berichten.
Nur so wird Geschichte lebendig und nachvollziehbar und nur so kann man differenzieren und sich eine eigene Meinung bilden. Die Zeiten der einseitigen Schwarz-Weiß-Malerei und der Instrumentalisierung sind hoffentlich vorbei.

Dagmar Jurat

Ich denke, diese Aussagen sprechen für sich.


Weitere Meinungen zur Ausstellung:

Frau Inka Goßmann-Reetz schreibt auf ihrer Homepage:
Ehemaliger stellvertretender CDU-Landrat in Oberhavel driftet ganz nach rechts ab


Menschliche Kälte
Leserbrief Artikel im Oranienburger Generalanzeiger vom 05.09.2017


Vorwurf der sprachlichen Entgleisung gegen Michael Ney
Artikel im Oranienburger Generalanzeiger vom 04.09.2017


Fluchtgeschichten im Gotteshaus
Der ursprüngliche Artikel im OGA vom 22.08.2017


Wie funktioniert Integration?
Japanischer Zeitungsredakteur Yuzuru Takano informiert sich in Torhorstschule über Schwierigkeiten der Willkommensarbeit
Artikel im OGA vom 25.05.2017 (mit freundlicher Genehmigung)


Junger Syrer rappt über seine Heimat:
Artikel in der MOZ 22.03.2017 (mit freundlicher Genehmigung)


Feierliche Ausstellungseröffnung
Artikel in der MOZ 12.12.2016 (mit freundlicher Genehmigung)