„ Die Entscheidung, die wir täglich als menschliche Wesen treffen, sie sind die Verantwortung, die wir alle teilen, einander zu respektieren, einander zu helfen und Menschen in Not zu beschützen.“
Eleanor Roosevelt ( 1884-1962), 1947, Vorsitzende der UN- Menschenrechtskommission

Gestern und HeuteAm 10.12.1948 wurde die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von der UN verabschiedet. Schon die Präambel erklärt die grundlegende Absicht:
„Freiheit […] und Frieden in der Welt.“
Wir alle wissen, dass Frieden das höchste menschliche Gut ist; dass Krieg der Hauptgrund für Flucht war, ist und auch in Zukunft sein wird.

Flucht ist und bleibt Flucht. Man kann Krieg, Leid und Elend nicht relativieren oder gegeneinander aufrechnen. Flucht, Krieg und Not sind nicht nur ein Problem der „Anderen“. Sie spielten und spielen auch eine Rolle in der eigenen Familiengeschichte von fast jedem von uns.

Flüchtlinge in Folge des II. Weltkrieges kennen solche Schicksale.
Sprach man darüber oder wurde es verdrängt, unterdrückt, war politisch nicht korrekt oder wurde gar missbraucht? Wie viele Vorurteile sind zu überwinden, können durch Wissen ersetzt werden?

In den letzten zwei Jahren wurden immer wieder Begegnungen und Gesprächsrunden mit Vertriebenen und Geflüchteten von heute organisiert. Wer das Schicksal des jeweils Anderen kennt, weitet seinen Blick und das Verständnis, ist in der Lage, Mitgefühl zu empfinden.

Jetzt geben wir Geflüchteten ein Podium, ihre Geschichten zu erzählen. Wir wollen sie festhalten, bewahren und zugleich öffentlich machen. Wir tun dies mit großer Dankbarkeit und Respekt vor der Offenheit und dem Mut, die alle in diesem Projekt gezeigt haben.
In einer Wanderausstellung machen wir das Ergebnis dieser Arbeit einem breiten Publikum zugänglich. In der Zusammenarbeit zwischen jungen Leuten, Erwachsenen und älteren Menschen liegt für uns schon heute der Schlüssel zum Erfolg unseres Projektes. Sie macht deutlich, dass unser Thema für alle Generationen von Bedeutung ist.

Worum geht es uns?

  • Was sind verbindende Erlebnisse und Gefühle?
  • Wie geht man mit Ausgrenzung um?
  • Können Vorbehalte abgebaut werden?
  • Was hat man verloren?
  • Welche Wünsche und Hoffnungen gab und gibt es?

Was wollen wir tun und erreichen?

  • Begegnungen jeglicher Art fördern wir.
  • Gespräche und Austausch zwischen den Generationen wird es geben.
  • Gespräche über Verluste, Gefühle, Hoffnungen könnten das gegenseitige Verständnis fördern.

Oranienburg im November 2016
Dagmar Jurat
Initiatorin des Netzwerkes Schule 2015